Stefan Wolf’s Geschichte über die Entstehung des Films “Ein neues Wir”

Von Vana  (Co-Gründerin von loveproductions.org), übersetzt von Elisabeth Straubinger, überarbeitet von Carollyn Oglesby Thalia Forest

 

 

“Ich hatte kein Geld und erst recht keine Erfahrung. Ich hatte nur den Willen, den Wunsch spürte die innere Verpflichtung gegenüber dem Projekt. Ich glaubte, dass ich es schaffen würde und so lang dranbleiben würde bis ich das Ziel erreicht hätte.“

 

Es ist immer wieder ermutigend, Stefan’s Drehbericht zu hören. Ich möchte ihn hier mit denen teilen, die Träume haben, aber deren Träume zu weit weg erscheinen und die sich schwer tun an deren Verwirklichung zu glauben.

 

 

Was war also Stefan’s Beweggrund den Film Ein Neues Wir zu machen?

 

Im April 2009 kehrte Stefan nach Europa zurück, nachdem er verschiedene ökologisch ausgerichtete Lebensgemeinschaften in Neuseeland und Australien besuchte hatte. Nun wollte er Gemeinschaften in Europa besuchen, mit dem Ziel ein mögliches Zuhause für sich und seine Lieben zu finden. Gleichzeitig, so dachte er, könnte er einen Dokumentarfilm drehen, der anderen Menschen einen guten Einblick in bereits bestehende und gut funktionierende Gemeinschaften in Europa geben könnte. Er dachte, dass so ein Film eine Hilfe für die Welt sein könne und vielleicht sogar Leben retten kann.

 

Er hatte keinerlei Erfahrung mit dem Filmemachen. Was er jedoch hatte, war der Drang, einen Film wie diesen heraus zu bringen. Dieser Drang gab ihm die Kraft, sich - mit der Hilfe eines erfahrenen Freundes - das Filmemachen und Bearbeiten selbst beizubringen. Er lernte schnell durch learning by doing und wurde mit Unterstützung einiger Freunde in nur NEUN Monaten, inklusive der ganzen Organisation, dem Drehen, dem Bearbeiten und der Veröffentlichung des Films auf DVD, fertig.

 

Für mich war es ziemlich erstaunlich zu sehen, wie er soviel Arbeit bewältigte und wie viel er in einer sehr kurzen Zeit lernen konnte. Er sagte mir, dass er während des ganzen Prozesses wusste, dass Engel ihm halfen, sonst hätte er das alles allein gar nicht geschafft. Wenn Leute ihn fragten, was die schwierigste Erfahrung während des Films war, mussten sie immer lachen, denn er antwortete: „An einigen Tagen stürzte die Film-Software fortwährend ab.“ Trotzdem war er sehr dankbar, dass die Dinge so sanft vor sich gingen. Er führt dies darauf zurück, dass das Universum hinter ihn stand, um seine lichte und liebevolle Vision zu unterstützten.

 

“Ich betete regelmäßig zum Universum, zu Gott und den Engeln, dass ich nur das Werkzeug sein will, um diesen Film zu vollbringen. Eigentlich war dies alles zu viel für einen Menschen der noch nie einen Film gemacht hatte. Deshalb bat ich um die richtigen Impulse und ich versprach, diesen Impulsen und Eingebungen zu folgen und ihnen zu vertrauen. Ich machte mir bewusst, dass dieser Film nicht durch mein kleines Ego entstehen sollte, sondern, dass SIE durch mein offen sein, durch mich handeln sollten. Ich öffnete mich für diese Idee, vertraute und – es geschahen tatsächlich Wunder. Sehr oft. Sowohl kleinere als auch größere. Das größte Wunder ist, dass dieser Film umgesetzt werden konnte, obwohl ich buchstäblich keine Erfahrung hatte!“

 

Wie wurde der Film finanziert?

 

„Wenn ich geglaubt hätte, dass man ohne Geld keinen Film machen kann, dann wäre nichts passiert.“

 

Also fing er komplett ohne Geld an. Er lieh sich Geld von seiner Schwester für die Kamera, etwas Bargeld von einer Freundin und Geld von seinem Vater für einen Laptop, um den Film zu schneiden. Er war bereit, Schulden auf sich zu nehmen, weil er einfach wusste, dass er diesen Film machen musste, damit die Welt von diesen großartigen und inspirierenden Projekten erfahren konnte.

 

Auch hatte er keine Sponsoren. Sein Ziel war, einen professionellen Film zu drehen, die Qualität zu maximieren und gleichzeitig die Ausrüstung und das Geld zu minimieren. Er hielt die Kosten niedrig, indem er seine Reiseausgaben kürzte und oft im Auto übernachtete, das er für 300 € gekauft hatte. So sparte er mit seinem einfachen Lebensstil viel Geld für den Film.

 

Wenn wir uns wirklich für eine Sache interessieren, haben wir unbegrenztes Potential, zu lernen und unsere Träume zügig und effizient umzusetzen. Diese Art von Inspiration steht im krassen Gegensatz zu der Art und Weise wie wir in der Schule unterrichtet werden, wo Konkurrenzkampf und Leistungsdruck unschöne und stressvolle Erinnerungen hinterlassen. Dort konnten wir nicht auswählen, was wir lernen wollten; wir wurden meistens gezwungen, das zu tun, was andere von uns wollten, was sie als das Beste für uns ansahen. Ohne Freude, ohne Neugier dauert es viel länger, etwas zu lernen und sehr oft können wir uns die Informationen, die wir aufnehmen nicht lange merken.

 

Stefan konnte aufgrund seiner Begeisterung sehr viel in einer sehr kurzen Zeit lernen. Dies ist ein gutes Beispiel dafür, wie das menschliche Lernen weit darüber hinaus gehen kann, als das, was das generelle Bildungssystem ermöglicht.

 

Das bringt mich auf ein Thema, das für eine kraftvolle und gesunde Zukunft von großem Interesse ist. Unschooling und Homeschooling erfreuen sich zunehmender Beliebtheit und das aus gutem Grund. Vielen Eltern fällt auf, dass die herkömmliche Schulbildung nicht das Beste in ihren Kindern zum Vorschein bringt. In vielen Fällen führt sie sogar dazu, dass Kinder ihre Freude am Lernen verlieren und ihr Lernverhalten langsamer wird. Es ist viel natürlicher und macht mehr Spaß, wenn man durch Erfahrung und aufgrund von eigenem Auswählen lernt. Wenn wir wollen, dass Kinder ihr höchstes Potential erreichen, sind ein gewisses Maß an Autonomie beim Lernen sowohl angebracht, als auch notwendig.

 

Wenn du dich für Unschooling interessierst, wirst du dich vielleicht über dieses Interview mit Ela Gumpoltsberger freuen, einer jungen weisen Frau, die ein Unschooling Projekt in Österreich leitet. Stefan hat Ela besucht und hatte ein Interview mit ihr, über ihr Unschooling Projekt.

 

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