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Ist die Menschheit EINE Familie? Wie Ideologien uns trennen und wie wir völkisch-rassistisches Denken überwinden könnten (Addendum)

 

In meinem vorherigen Artikel "Sind wir EINE Menschheitsfamilie? Wie Ideologien uns trennen und wie wir völkisch-rassistisches Denken überwinden könnten", erntete ich nicht nur viel Lob, sondern es kam auch so manche Kritik an mich und meinen Text. Diese Kritik beruhte zum Teil auf Missverständnissen, zum Teil jedoch auch auf gänzlich unterschiedlichen Positionen. Ich möchte nun auf die Kritik an meinem Artikel näher eingehen und somit meinen Artikel vervollständigen. Möge dies zu noch mehr Klarheit führen.

 

Zunächst muss ich noch einmal klarstellen, dass ich den Begriff "völkisch" im herkömmlichen Sinne von rassistisch und anti-semitisch verwendet habe. Mir ist bewusst, dass manche Menschen diesen Begriff neu und positiv besetzen möchten. Es braucht sich also bitte niemand von mir angegriffen fühlen, die sich einfach zu einer bestimmten Volksgruppe zugehörig oder verbunden fühlen, darum ging es mir überhaupt nicht. 

 

Von ein paar Menschen wurde die Problematik der "slawisch-arischen Weden" heruntergespielt. Dies finde ich problematisch, denn wie ich bereits erwähnte sind diese Bücher in Russland als extremistisch eingestuft. Man kann sie dort seit Ende 2015 auch nicht mehr online bestellen oder in einer Buchhandlung beziehen. 

 

Einer der Hauptgründe für das Verbot sind u.a. die spalterischen Rassenlehren die sich in den Büchern finden. Russische Experten, die den Inhalt der "slawisch-arischen Weden“ für das Gericht evaluierten, befanden, dass diese Bücher ähnliche Vorstellungen von Rassenüberlegenheit beinhalten, als jene die im nationalsozialistischen Deutschland verbreitet wurden. Auch wurde der Urheber dieser Bücher wegen Anstiftung zu religiösem und ethnischem Hass gerichtlich verurteilt. (1), (2)

 

Von nun an möchte ich diese Bücher daher auch nicht mehr "Weden" nennen, sondern als das was sie sind: "Scheinweden". Denn echte wedische Texte führen immer zu Einigkeit, zur Liebe und Brüderlichkeit zwischen den Menschen, sie brauchen (heutzutage) nicht verboten werden. Ich denke jene Leute die in einem Atemzug von den Anastasia Büchern sprechen und im anderen Atemzug von den slawisch-arischen Scheinweden, sollte man nicht nur kritisieren, sondern am besten ganz meiden. 

 

Die slawisch-arischen Scheinweden sind in Russland also verboten. Im Gegensatz dazu beobachten wir in den letzten Jahren hingegen, dass die Anastasia-Bücher in Russland zunehmend positiv aufgenommen werden und die zentrale Kernidee dieser Buchreihe, nämlich die des Familienlandsitzes, in Russland zunehmend gefördert wird. Das Gesetz über den "Fernosthektar" und die positiven Fernsehreportagen über diverse Landsitz-Siedlungen sind 2 Beispiele dieser Förderung.

 

Ich denke es ist sehr wichtig eine genaue Unterscheidung zu machen und hier eine klare Trennlinie zu ziehen, zwischen den obskuren slawisch-arischen Scheinweden einerseits und den heilsamen, hoffnungsspendenden und lichtvollen Anastasia-Büchern andererseits. Beides soll und darf NICHT miteinander vermischt werden!

 

Über das Urteilen

 

Jemand unterstellte mir Hochmut, weil ich "über andere Kulturen urteilen" würde, weil ich mich gegen die pauschale Ideologie des "Bewahren der Kulturen" ausgesprochen hatte. Dazu möchte ich sagen, dass wenn eine Tradition viel Leid verursacht, ich es einfach falsch finde diese im Namen der Tradition oder Kultur zu schützen oder bewahren zu wollen! Denn wenn alle eine "Alles Bewahren"-Einstellung hätten, dann gebe es in Katalonien noch immer den Stierkampf.

 

Doch zum Glück haben dort viele Menschen das Unrecht im Namen ihrer Tradition und Kultur erkannt, so dass der Stierkampf dort seit 2012 verboten ist! Und wenn mir jemand Hochmut unterstellt wenn ich, um bei diesem Beispiel zu bleiben, den blutigen Stierkampf verurteile, dann sage ich folgendes: Wenn ich Menschen wirklich liebe, dann sollte ich diesen ihre schrecklichen Taten bewusst machen und so Transformation (mit)bewirken. Ich finde, dass es nicht nur mein gutes Recht, sondern sogar meine Pflicht ist, für Menschlichkeit und Güte einzustehen. 

 

Auch wurde mir unterstellt, dass ich "nicht in Frieden" damit wäre eine "interkulturelle" Ehe eingegangen zu sein und deswegen so einen "Wir sind alle ein Volk-Artikel" publiziert hätte. Ich kann jedem versichern, selbstverständlich würde ich genau denselben Artikel publizieren, auch wenn meine Frau eine blonde und blauäugige Österreicherin wäre. Das ich mit meiner Ansicht nicht ein Einzelfall bin bestätigt die Tatsache, dass mir mein Freund Falk Lange (er hat eine blonde blauäugige Frau), nachdem er meinen Artikel gelesen hatte, sagte: er "kann dem hundertprozentig zustimmen". 

 

Die "Rasse" und die Wissenschaft

 

Auch gab es ein Missverständnis, wonach manche meinen Artikel so auffassten, dass ich eine "Alles ist Eins,-es-gibt-keine-Rassen-und-Kulturen-Idiologie" haben würde. Versteht mich bitte richtig, für mich gibt es selbstverständlich verschiedene ethnische Gruppen und Völker mit unterschiedlichen Kulturen. Ich habe nie etwas anderes behauptet. Doch der Begriff "Rasse" ist für mich überholt, es gibt biologisch gesehen keine Menschenrassen, nur die Spezies Homo Sapiens. Es gibt jedoch selbstverständlich verschiedene Ethnien mit jeweils eigenen Kulturen.

 

Es gibt meines Wissens nach jedoch keine allgemein gültigen Unterschiede auf genetischer oder medizinischer Ebene die für alle gelten. Der größte Teil der genetischen Unterschiede ist sogar nicht zwischen den geographischen Gruppen, sondern zwischen den Individuen ein und derselben Population zu finden.

 

Darüber hinaus gibt es ja auch noch die EPI-Genetik, die zeigt, dass wir als Mensch unsere Gene direkt durch unsere Gedanken und Gefühle beeinflussen und diese sich "augenblicklich" ändern können. Die Einteilung des Menschen in biologische Rassen entspricht meines Wissens einfach nicht dem Stand der Wissenschaft. Von Rassen spricht man heute nur noch in Zusammenhang mit der Tierzucht.

 

Über den Unsinn der "reinen Rassen"

 

Vor ein paar Tagen telefonierte ich mit einem netten Mann der die slawisch-arischen Scheinweden mag. Als ich dem Mann sagte was ein bekannter Befürworter dieser Bücher von sich gab, als dieser wiederholt davon sprach, dass "Mischehen" Kinder hervorbringen würden, deren Enkel dann keine Kinder mehr hervorbringen könnten, kam er ins Denken und erkannte, dass diese Sicht wohl Blödsinn ist. Ich erinnerte ihn nämlich daran wieviele Völker in der Welt Mischvölker sind, insbesondere das russische Volk. So kann man bei vielen Russen noch erkennen, dass sie in ihrem Stammbaum irgendwann asiatische Vorfahren dabei hatten. 

 

Dann habe ich Mexiko erwähnt, Spanien, usw., also verschiedene Völker wo sich viel gemischt hat. Auf jeden Fall ist er bei diesem Punkt ins Denken gekommen und hat glaube ich den Widerspruch in der Aussage "dass Mischehen zu Unfruchtbarkeit der Nachkommen führen sollen", ein bisschen zu erkennen begonnen. Ich finde es erschreckend, dass Menschen im deutschen Sprachraum von Leuten welche "slawisch-arische-Ideologien" propagieren, rassistisch beeinflusst werden konnten. Das hat letztlich auch dazu geführt, dass die ganze Landsitz-Bewegung in ihrem Image einen enormen Schaden nahm.

 

Wie können "wir" in der Landsitz-Bewegung damit nun umgehen? Ich denke es ist wichtig stets zu artikulieren, dass es in fast jeder Gesellschaft Leute mit extremen Ansichten gibt. Auch in der evangelischen oder katholischen Kirche etwa gibt es einzelne Personen mit extremen Positionen und die sehen das selbst als Problem an. Deshalb würde aber nie jemand auf die Idee kommen, die Kirchen insgesamt z.B. als "rechtsextrem" zu bezeichnen. Kaum ist aber eine Bewegung kleiner, kann sie leichter diffamiert werden. 

 

Weiters denke ich, dass es wichtig ist sich klar zu positionieren. Das schafft nicht nur Klarheit, sondern auch Vertrauen. Deshalb will ich zusammen mit Gleichgesinnten in möglichst naher Zukunft eine Plattform und Bewegung ins Leben rufen, deren Position klar jene ist, dass die Idee der (Familien)Landsitze für alle Menschen gedacht ist und niemanden ausgrenzen soll. Das heißt, dass in unserer Bewegung alle Menschen, unabhängig ihrer ethnischen Abstammung, geschlechtlichen Orientierung, sowie unabhängig von ihren religiösen oder nicht-religiösen Ansichten, ihren Platz bei uns haben. Es sollen selbstverständlich alle Menschen, inklusive aller Minderheiten, ihre Landsitze bekommen!

 

Die Deutschen, Schweizer und Österreicher sind auch Mischvölker

 

Auch die Deutschen sind übrigens ein Mischvolk, und der Bevölkerungsgenetiker Lynn Jorde, von der Universität in Salt Lake City, drückte es gut aus, als er sagte: “Wir können diese Vorstellung falsifizieren, dass irgendjemand rein sei. Stattdessen haben fast alle modernen Menschen „diese unglaublich komplexe Geschichte von Vermischung, Paarung und Migration.”

 

Es gibt so gut wie keine "reinen" ethnischen Gruppen auf der Welt, eine kleine Ausnahme scheint da jedoch ein Teil der australischen Aborigines zu bilden. Ich empfehle allen die an (reine) "Rassen" glauben, vielleicht mal einen DNA-Test zu machen, dann könntet ihr euch selbst davon überzeugen wie vielseitig ihr in Wirklichkeit seid. Mithilfe eines DNA-Tests ist es inzwischen möglich die eigene Ahnenreihe bis zu 2000 Jahre zurück zu verfolgen.

 

Dabei wird die getestete DNA mit Millionen von Menschen aus 26 Regionen weltweit, mit Hilfe einer Computeranalyse verglichen und man kann ziemlich genau bestimmen, woher die eigenen Ahnen kamen. Natürlich könnte man statt eines teuren DNA-Tests auch einfach in ein nahezu beliebiges Geschichtsbuch blicken, um die Idee der "Rassenreinheit" aufzugeben...

 

Ich empfehle euch ein paar der folgenden Videos auszuwählen und anzusehen, alle haben Deutsche Untertitel die man auswählen und aktivieren kann. Die Videos wurden vom Reise-Unternehmen Momondo gesponsort, das hier auch ein Statement über die Echtheit und Authentizität der gefilmten Menschen und deren Aussagen attestiert. 

  

Dieses Video gibt einen Überblick über einige Menschen, die ihre DNA testen haben lassen:

 

Und das hier ist ein Kubaner der eine außergewöhnlich vielseitige Ahnenreihe aufweist:

 

Hier ein berührendes Video einer Kurdin die in Dänemark lebt:

 

Hier ein Engländer der Deutschland und Deutsche überhaupt nicht mag, aber es sich beim Test dann herausstellt dass er 5 Prozent Deutsche DNA hat... was seine Einstellung zu Deutschen wohl nachhaltig verändert.

 

Und hier eine typisch süße Russin, wo es nicht verwundert, dass sie u.a. auch asiatische DNA hat:

 

Die Macht unterschiedlicher Leitbilder und miteinander kompatibel sein

 

Vielleicht kann folgendes Beispiel ein bisschen verdeutlichen, um was es eigentlich geht, beim "miteinander kompatibel sein". 

  

Zwei Computer mögen gänzlich unterschiedlich aussehen und sich auch von der Hardware unterscheiden, doch wenn sie beide Windows installiert haben sind sie sich vom Programm identisch und miteinander kompatibel. Und andererseits können zwei Computer technisch völlig identisch sein, doch wenn beim einen Windows installiert ist und beim anderen Linux, sind sie aufgrund verschiedener Programme, nicht oder nur schwer miteinander kompatibel. Genau so verhält es sich mit den Menschen und ihren Ideologien bzw. Leitbildern.

 

D.h. es ist nicht wichtig wie ein Mensch aussieht und welchen ethnischen Körper er hat, sondern welches Programm(Ideologie/Leitbild) er in sich trägt. Selbstverständlich mit-beeinflusst dieses Programm beim Menschen dann auch seine Ausstrahlung und bedingt auch sein physisches Aussehen, Stichwort EPI-Genetik.

 

Doch am Ende des Tages zählt immer das Herz eines Menschen, die Reinheit des Herzens. Wie liebevoll ein Mensch ist und wie sehr er im täglichen Leben fähig und gewillt ist, seine Liebe durch seine Lebensweise zum Ausdruck zu bringen. Darauf kommt es an. 

  

 

 

Geschrieben von Stefan Veda Wolf 

 

Quellen:

 

(1) https://www.vladtime.ru/obsh/473014 

 

(2) https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%98%D0%BD%D0%B3%D0%BB%D0%B8%D0%B8%D0%B7%D0%BC

 

Titelbild: https://www.freepik.com/free-vector/abstract-dna-background_4470794.htm

 

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Kommentare: 4
  • #1

    Laura (Freitag, 04 Oktober 2019 09:45)

    Lieber Stefan,
    danke, dass du den Mut hast, das Thema Rassismus in der Anastasia-Szene anzusprechen! Ich schätze dich sehr für deine Einstellung. Bitte lass dich nicht entmutigen.
    Ich habe im Zusammenhang mit den Anastasia-Büchern wunderbare, gutmütige, freundliche Menschen kennen gelernt und finde die 1-Hektar-Familienlandsitz-Idee aus ökologischer Sicht großartig. Dass im Namen der Anastasia-Bücher auch völkisch-rassistische Gedanken verbreitet werden, hat dem Thema in letzter Zeit einen bitteren Beigeschmack gegeben. Es ist Zeit laut zu sagen, dass nicht alle Menschen, die die Anastasia-Bücher lesen, sich von solchen Gedanken einspinnen lassen!
    Herzlich,
    Laura

  • #2

    Falk (Mittwoch, 09 Oktober 2019 15:20)

    Die Menschheit ist EINE Familie!!! DANKE dir für die kritischen Artikel über die Slawisch-arischen Weden, über völkisches Denken und Fremdenfeindlichkeit in der Anastasia-Szene. Ich habe die letzten Jahre etliche Menschen kennen gelernt, die die Anastasia-Bücher gelesen haben, aber auch andere Sichtweisen hatten, die meiner Meinung nach nicht dazu passen, Fremdenfeindlichkeit, Flüchtlingshetze, Kontakt zur NPD, Reichsbürger u.a. Das war mir peinlich!!!!!! Ich wollte nicht mehr Teil einer Bewegung sein, in welcher sich solche Menschen rumtreiben und ihre Meinungen im gleichen Zuge mit den Anastasia-Büchern mitteilen.
    Bis bald :-)
    Falk

  • #3

    Eloas Min Barden (Donnerstag, 10 Oktober 2019 01:22)

    Sehr gut Stefan. Deine Kernaussage, dass die Menschheit im Grunde eine Familie ist finde ich prima. Doch bin ich überzeugt, dass die Idee des Keltentums, welches sich in der vorchristlichen Zeit von Irland bis Kleinasien erstreckte, welches sich nicht auf Rasse oder Ethnie begründete, sondern auf eine Geisteshaltung des gegenseitigen Respektes zwischen Mann und Frau, und auch auf verschiedenen Berufsständen beruhte, eine sehr viel erstrebenswertere Rückbesinnung wäre, als über zweifelhafte DNA-Tests. Herzliche Grüße, Eloas Min Barden

  • #4

    Helena (Donnerstag, 10 Oktober 2019 13:47)

    Lieber Stefan,
    ich danke dir für deine Worte und deine nicht endende Geduld, wenn es um so kritische und sensible Themen geht. Es ist so wichtig, Themen wie Extremismus und Rassismus langsam, klar und respektvoll anzugehen und mir macht es immer wieder Mut, diese Qualitäten in deinen Texten zu entdecken.
    Im Netz, in Zweiergesprächen, in Erzählrunden oder quer verteilt in der Welt, ich wünsche mir sehr, dass alle, die es hören können auch hören, das wir viele sind! Viele viele viele, die ein offenes Herz haben, was sie so rein wie möglich halten wollen. Und das sie Besonnenheit und Achtsamkeit dafür in der Idee und Umsetzung der Familienlandsitze gefunden haben!

    Danke! <3